Fissuren- & Grübchenversiegelung 

Präventive Fissuren- und Grübchenversiegelung

Die Kauflächen der Zähne sind von tiefen Einziehungen durchzogen. In der Zahnheilkunde nennt man diese Furchen und Rinnen: „Fissuren“.

Unter einer Versiegelung versteht man den präventiven Verschluss der kariesanfälligen Fissuren und Grübchen der Zahnoberfläche, um einer Karies vorzubeugen und/oder beginnende kariöse Frühstadien zu stoppen (Welbury et al. 2004).

Die Fissuren- und Grübchenversiegelung stellt damit eine zahnflächenspezifische Präventionsmaßnahme dar. Zur umfassenden Präventivbetreuung werden neben der Versiegelung der kariesanfälligen Fissuren und Grübchen eine indikationsgerechte Fluoridsupplementierung, adäquate häusliche Mundhygiene, zahngesunde Ernährung und weiterführende kariesrisikoabhängige Präventionsmaßnahmen empfohlen.

Diese präventiven Maßnahmen zur Vorsorge von kariösen Läsionen und Erkrankungen des Zahnhalterapparates bieten wir in unserer Praxis im Rahmen der Individualprophylaxe an.


 

Da die Karies an den Kauflächen der Backenzähne die häufigste Karies bei Kindern darstellt ist die Fissuren- und Grübchenversiegelung eine der wichtigsten vorbeugenden Maßnahmen um die am meisten kariesgefährdeten Stellen der Zähne zu schützen. Dabei werden durch den Auftrag eines Kunststoffmaterials die Eintrittspforten für die Karies an den Kauflächen der Zähne verschlossen.

 


Der bildliche Vergleich macht das hohe Erkrankungsrisiko der Kauflächen verständlich. So wie sich in einem Flusstal das Wasser sammelt, so sammelt sich der Speisebrei in den trichterförmigen Vertiefungen auf den Kauflächen der Zähne. In diese Einziehungen pressen sich nicht nur Speisereste, sondern bieten zugleich Abermillionen von Bakterien geschützte Lebensräume.

Während die Fissuren „groß“ genug sind für die Bakterien, sind sie zu schmal für die Zahnpflege. Ihre Wände stehen so eng beieinander,dass die Borsten einer Zahnbürste sie nicht bis auf ihren Grundreinigen können.

Diese ungünstige Anatomie macht die Kauflächen insbesondere bei Kindern und Jugendlichen zu den am stärksten kariesgefährdeten Zahnflächen. Vor diesem Hintergrund ist ihr Schutz mit einem randdichten Versiegelungsmaterial ein Kernstück unserer Kariesprophylaxe im Kindesalter und bei Jugendlichen. Aber auch im Erwachsenengebiss hat sie selbstverständlich ihre Berechtigung.

 

 

 

Wann ist der beste Zeitpunkt für die Fissurenversiegelung?

Zähne brechen immer gesund durch das Zahnfleisch. Daraus leitet sich für die bleibenden Zähne der früheste Zeitpunkt für ihre Versiegelung ab. Wenn die gesunde Kaufläche eines Zahnes gesund bleiben soll,dann ist der beste Zeitpunkt dafür das erste Jahr nach seinem Durchbruch. In dieser Zeit sind die Zähne in der Regel noch nicht an Karies erkrankt.

Im 6. Lebensjahr bricht der erste bleibende Mahlzahn durch, entsprechend bedeutet dies, dass im 6. Lebensjahr auch der Kauflächenschutz mit der Versiegelung des „6-Jahr-Mahlzahnes“ beginnen sollte. Im kindlichen Wechselgebiss ist die Fissurenversiegelung für alle kariesfreien Mahl- und Backenzähne angezeigt.


 

Vorteile der Fissurenversiegelung:

  • kinderfreundlich

  • Es muss nicht gebohrt werden.

  • schmerzlos

  • Der Schutz gesunder, kariesfreier Kauflächen vermeidet dauerhaft kariöse Zahnzerstörungen.

Ablauf der präventiven Fissurenversiegelung

  1. Wir reinigen die Kauflächen mit einem speziellen Druckluft-Pulver-Gemisch („Airflow“).

  2. Konditionierung des Zahnschmelzes mit 38%iger Phosphorsäure, um ein Mikrorelief für das Versiegelungsmaterial zu schaffen, damit ein dauerhafter Verbund zwischen Versiegelungsmaterial und Zahnschmelz gewährleistet wird.

  3. Wir tragen ein Versiegelungsmaterial auf (z.B. Helioseal) und härten es mit energiereichem Licht.

  4. Kontrolle der Bisshöhe um mögliche Vorkontakte zu vermeiden.

 

Erweiterte Fissurenversiegelung

Neben der präventiven Fissurenversiegelung stellt die erweiterte Fissurenversiegelung eine modifizierte Technik dar. Dabei wird zunächst eine vorher diagnostizierte kariöse Läsion (kleine Schmelzkaries) im Bereich der Kaufläche minimal invasiv (d.h.maximale Schonung des gesunden Zahnhartgewebes) entfernt.

Bei weit fortgeschrittenen Defekten (tiefere Karies, infiziertes Dentin) wird eine Kunststofffüllung eingebracht.


Haltbarkeit

Trotz sorgfältiger Verarbeitung kann es vorkommen, dass Anteile einer Versiegelung verloren gehen. Daher sollten Versiegelungen bei den Kontrolluntersuchungen regelmäßig überprüft werden. Im Falle eines vollständigen oder teilweisen Verlustes sollte eine Nachversiegelung durchgeführt werden. Deshalb sind regelmäßige Nachkontrollen unbedingt angeraten.


Kosten

Seit 1993 kann die Fissurenversiegelung der ersten und zweiten bleibenden Backenzähne als kassenzahnärztliche Leistung im Rahmen der Individualprophylaxe bei 6- bis 17-Jährigen in der Bundesrepublik abgerechnet werden und steht demzufolge gesetzlich versicherten Patienten dieser Altersgruppe kostenfrei zur Verfügung.

Demgegenüber kann die Fissurenversiegelung an Milchmolaren, Prämolaren und Grübchen von Front- und Eckzähnen nicht über die gesetzlichen Krankenkassen abgerechnet werden. Für die Abrechnung dieser zahnärztlichen Leistungen muss deshalb die Gebührenordnung fürZahnärzte (GOZ) herangezogen werden.


Für weitere Informationen zu Ihrer individuellen Kariesprophylaxe oder der Ihres Kindes stehen wir Ihnen gern zur Verfügung.

 

Ihr Praxisteam Dres. Lang